App Intelligence – Service neu definieren durch kluge Vernetzung von Apps

App Intelligence – Service neu definieren durch kluge Vernetzung von Apps

Thomas Rechlin 22. September 2014 No Response

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Der Zweifel, dass dieser Satz stimmt, regt sich besonders oft, wenn wir uns an unseren Physikunterricht erinnern. Doch zu Unrecht. Das Prinzip der kommunizierenden Röhren ist nicht nur schnell erklärt, sondern in seiner Funktionsweise äußerst interessant und lehrreich. Es handelt sich dabei um miteinander verbundene Glasröhren, die ihrem Aussehen nach völlig unterschiedlich sein können und mit einer Flüssigkeit gefüllt sind.

ReagenzglasWenn ein Ventil an einem der Gefäße geöffnet wird, läuft die Flüssigkeit aus – und zwar aus allen Gefäßen gleichermaßen. Ebenso ist es, wenn eine der Glasröhren befüllt wird. Der Pegelstand erhöht sich überall genau gleich. Dieses Prinzip der kommunizierenden Röhren lässt sich auf das Zusammenspiel von Apps auf einem Smartphone übertragen. Auch wenn sich die Apps in ihrem “Aussehen”, also in ihrer jeweiligen Funktion völlig unterscheiden, so können sie doch untereinander verbunden sein. Wenn dann an der einen Stelle etwas passiert, löst das automatisch eine Reaktion in einer anderen App aus. Diese Form von App Intelligence birgt für Versicherungen ein enormes Potenzial, weil sie dadurch ihren Kunden einen bisher ungeahnten Service anbieten können.

Über die Möglichkeit einer Insel

Die OEV Online Dienste bieten seit einigen Jahren Service-Apps zum Download an. Diese Apps können ganz leicht zur Grundlage für Versicherer werden, um einen neuen Umgang mit Daten und Applikationen im Rahmen einer “App Intelligence” zu bieten. Im Moment gibt es da eine App für Unwetterwarnungen und Ortskarten. Daneben gibt es die App “Mein Auto” mit Hinweisen auf die nächstgelegenen Parkplätze und Verhaltensweisen im Schadensfall. Bislang sind diese beiden Apps wie Inseln, die isoliert voneinander sind und keine weiß von der Existenz der anderen. Wenn die Auto-App nun meinen Ort verfolgen und diese Information weitergeben würde, so könnte die andere App Unwetterwarnungen genau für den Ort melden, wo ich gerade bin. Dieser Dienst hätte die Bezeichnung “Service” erst verdient, denn ich muss nicht mehr selbst meine Adressen in der Wetter App eintragen.

Der Versicherer erhält im Gegenzug die Bewegungsprofile aller Kunden und kann ortsabhängig weitere Services oder Versicherungen anbieten. Die Marketingbereiche müssten eigentlich bei dieser Idee jubeln, denn so viele positive Markenkontakte sind über die heutigen traditionellen Medien in dieser persönlichen Form überhaupt nicht denkbar. Eine Möglichkeit Apps so miteinander zu verbinden, ist die Plattform iCare.

Die Versicherung – Immer da, wenn man sie braucht

Nicht immer ist Zeit genug oder der entsprechende Wille dazu da, sich in einer gefährlichen Situation für die sichere, risikoarme Variante zu entscheiden. Kommt es dann doch einmal zu einem Schaden, können wiederum ineinander verzahnte Apps dem Versicherten auch in solchen Momenten helfen, in denen heute noch niemand an seine Versicherung denkt. Wenn ich mit meinem Audi auf der Autobahn liegen bleibe, wende ich mich entweder direkt an die Service-Nummer von Audi oder an den ADAC. An meine Versicherung denke ich im Schadensfall nicht sofort. Meldet man sich doch bei seiner Versicherung, ist es dieser bislang am liebsten, wenn der Schaden dann später über Vertrieb geregelt wird. An dieser Stelle lässt sich wieder der Service-Gedanken von gerade eben aufnehmen. Informationen zum Aufenthaltsort, über den nächst gelegenen Reparaturwerkstatt und eventuell einen Autoverleih sind heute zu jederzeit verfügbar. Werden solche Informationen gebündelt beziehungsweise die entsprechenden Apps verknüpft, können Versicherungen immer dann da sein, wenn sie gebraucht werden und können ihre Kunden während des ganzen Prozesses aktiv begleiten.

Versicherung Now!

Von Apps wie Google Now können Versicherungen hier viel lernen. Wie bei Google Now, können mit eingeschaltetem Geo-Tracking die Wege, die Kunden jeden Tag zurücklegen, aufgezeichnet werden. Mit dem Wissen aus diesen Daten, kann der Versicherer dem Kunden zeigen, dass für seine Lebenssituation vielleicht viel billigere Tarife möglich sind, als die, die er womöglich bislang hat. Über eine an Now orientierte App bekommt eine Versicherung auch mit, wenn ein Urlaub ins Haus steht und kann die sichersten Verkehrswege im Urlaubsort anzeigen. Wie Google können Versicherungen so Daten sammeln. Nicht allerdings, um mit diesen Daten zu handeln und wie Google passende Werbung zu platzieren, sondern damit diese Daten in Marktforschung und Service-Angebote einfließen können. Versicherer werden in Zukunft so viel über ihre Kunden erfahren und mit diesem neuen Wissen zu einem immer besseren Service-Dienstleister werden und ihr Leben erleichtern.

Versicherung als Lebensbegleiter

App Intelligence bietet Versicherungen neue Chancen. Sie macht unser aller Leben einfacher und lässt die Branche in „neuem Glanz“ erstrahlen. Die Vorstellung vom Versicherer, der nur dann gebraucht wird, wenn ein Schaden bereits vorliegt, gehört damit der Vergangenheit an. In Zukunft wird die Art, wie Versicherungen vom Kunden wahrgenommen werden, schon allein dadurch positiver werden, indem sie von den Service-Angeboten profitieren, die durch die App Intelligence möglich wird. Als Dienstleister werden Versicherungen zum Lebensbegleiter von Menschen. Smartphones sind längst mehr als nur unsere ständigen Begleiter. Sie sind ein Teil von uns als Person und damit Teil unseres Lebens geworden. Versicherungen bekommen über Apps und Services, die ein wesentlicher Bestandteil von meiner Idee von iCare sind, einen festen Platz in unserem digitalen Leben.


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