Wir bringen den Modulen wie Kindern etwas bei – René Mjartan (codecentric GmbH) im Interview

Wir bringen den Modulen wie Kindern etwas bei – René Mjartan (codecentric GmbH) im Interview

Allgemein, OEV Master 25. Juli 2014

René, du bist seit März dieses Jahres als codecentric-Entwickler in die Umsetzung von ÖV_digital eingebunden. Was gehört zu deinen täglichen Aufgaben?

René MjartanAktuell baue ich in erster Linie Module, die die Funktionalität der Applikation erweitern, und binde Systeme an, mit denen wir dem Benutzer Dienste, wie die Beratersuche, zur Verfügung stellen können. Darüber hinaus müssen wir bei jeder Änderung und Erweiterung sicherstellen, dass die Applikation weiterhin funktioniert. Dafür schreibe ich automatisierte Tests.

Was ist die Herausforderung bei deiner Arbeit?

Alle Anforderungen und Wünsche zu erfüllen. Von allen Seiten treten Leute an uns heran, die etwas von uns wollen. Wir Entwickler sollen dabei jedoch eigentlich so wenig wie möglich gestört und aus unserer Konzentration gerissen werden. Daher gibt es in unserem Team einen sogenannten „Product Owner“. Er nimmt alle Wünsche auf, formalisiert sie, klärt offene Fragen und legt fest, ob und wann die Wünsche vom Entwicklungsteam umgesetzt werden sollen. Nichtsdestotrotz landen aber hin und wieder Anfragen bei uns.

Das erinnert ein wenig an das Klischee vom Entwickler, der nur im dunklen Keller vor seinem Bildschirm sitzt.

Ja, dieses Bild passt auch ganz gut. Nur, dass wir nicht im Keller sitzen, sondern in Teams im Büro.

Aber dennoch sind Absprachen notwendig…

Genau. Das Ergebnis unserer Entwicklung soll ja sowohl für die Benutzer als auch für die Redakteure stimmig sein. Gleichzeitig sind wir an ein Design gebunden, die Anwendung soll aber trotz allem sehr flexibel sein. Das System soll ein möglichst breites Spektrum von dem abdecken, was alle öffentlichen Versicherer benötigen. Wir müssen dadurch an sehr viele Dinge denken, sehr viel berücksichtigen und an sehr vielen Stellschrauben drehen. Vermeintlich einfache Problemstellungen können durch die verallgemeinernde Umsetzung sehr komplex werden. Das bringt für den Kunden natürlich viele Freiheiten mit sich. Für uns ist es jedoch viel Arbeit.

Für das letzte Planungstreffen hast du eine Live Demo gebaut. Was genau kann ich darunter verstehen?

Interview_René Mjartan_Bild Live DemoEine Live Demo ist eine für Präsentationszwecke gebaute Seite, an der ich live zeigen kann, wie eine Homepage später aussieht. Beim letzten Planungstreffen habe ich mit der Live Demo den aktuellen Entwicklungsstand vorgestellt: Was ist aktuell schon möglich? Was ist im aktuellen Sprint in der Entwicklung? Unter einem Sprint meinen wir dabei einen Entwicklungszyklus von zwei Wochen, in denen etwas Neues fertiggestellt wird. Für die Live Demo habe ich unser System verwendet und den aktuellen Entwicklungsstand darauf installiert. Ich habe also Seiten angelegt und versucht ein Szenario, also eine mögliche Abfrage, wie sie auch ein Kunde durchführen könnte, zu zeigen.

Hast du dich dabei auf einzelnen Content festgelegt oder war es dein Anspruch, alles Verfügbare einzubinden?

Es war schon gewünscht, dass ich alles zeige. Anderthalb Stunden hatte ich inklusive Diskussion Zeit. Mit der Live Demo sollte ich schließlich auch Leute abholen, die das Produkt vorher noch gar nicht gesehen haben. Ich habe also einen kompletten Überblick über die Applikation gegeben, wie sie funktioniert, wie sie sich verhält und natürlich wie sie aussieht. Es ging mir vor allem darum, die unterschiedlichen Module zu demonstrieren, so zum Beispiel das Formular, auch Profiler genannt, oder den Produktteaser.

Du hast vorhin gesagt, dass du bei der Live Demo auch auf das Verhalten der Module eingehst. Wie verhalten sie sich denn?

Die Module verhalten sich in Bezug auf Layout und Funktionalität. Mit Erstem ist das responsive Design gemeint. Das bedeutet, dass die Seite für verschiedene Endgeräte gebaut ist: für Desktop-PCs, für Tablets und für Smartphones. Die Module werden so geschrieben, dass sie auf allen Geräten gut aussehen. Dieses Verhalten zeige ich immer bei jedem Modul. Denn je nach Größe des Displays agieren sie unterschiedlich. Das bringen wir den Modulen bei.

Ich stelle mir euch gerade als Dompteure in einer Zirkusmanege vor, die den Modulen Kunststücke beibringen.

Ja, im Grunde ist es tatsächlich so. Wir bringen den Modulen etwas bei, so dass sie immer mehr können. Das ist, als würde man seinem Kind etwas beibringen. Neben der Responsivität lernt das Modul natürlich auch Verhalten als Reaktion auf Klicks und Eingaben, also bei Interaktion.

Dich sieht man in letzter Zeit hier ziemlich oft. Drei Tage die Woche bist du mit dem Team von codecentric bei der OEV. Wie ist das, so oft beim Kunden zu arbeiten?

Ich habe mich bei der OEV sehr schnell wie Zuhause gefühlt. Dazu muss man sagen, dass das auch nicht bei jedem Kunden so ist. Hier herrscht jedoch ein sehr gutes Klima. Eine gute Voraussetzung für gute Arbeit!

Das freut uns, vielen Dank für das Gespräch!

 

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